|
Thomi's Walkabout - Der Bibbulmun Track
Der Bibbulmun Track ist ein
Querfeldein-Wanderweg von Kalamunda (Vorort von Perth in den Darling Ranges)
nach Albany im Südwesten von Westaustralien. Er ist mit 960km Westaustraliens
längster Wanderweg. Natürlich habe ich nur einen ganz kleinen Teil dieser
Strecke bezwungen.
Mit drei australischen Kollegen
(Peter, Neville, Ivor) und Neville's Sohn Kirk haben wir die Tour geplant und
als Vorbereitung bin ich in der Vorwoche dreimal je eine Stunde wandern
gegangen... Den Rucksack hatte ich von Peter, die Tragriemen dick mit
Schaffell umwickelt, das Kochgeschirr von Ivor und die Mütze und warmen
Handschuhe für nachts vom lokalen Markt. Wanderschuhe habe ich als Schweizer
natürlich im Schuhkästli.
Früh morgens um 5.30 holte
mich Ivor ab. Treffpunkt war eine Stunde später in den Hügeln von Kalamunda.
Der Aufstieg war happig (siehe Bild 1) und wir kamen bereits ins Keuchen. Die
meiste Zeit gings durch Waldlandschaft und zünftig auf und ab, zwischendurch
hatten wir eine herrliche Rundsicht. Jede Stunde machten wir eine kurze Rast,
zwischendurch gabs einen Znünihalt. An Esswaren konnten wir wegen dem Gewicht
nur das Nötigste - vor allem genügend Wasser und ein Tröpfchen Whisky als
Schlafhilfe - mitschleppen.
Unterwegs kamen wir an einer
Kamelfarm vorbei. Wir widerstanden der Verlockung, ein Kamel zu mieten und
beschlossen, doch eher zu Fuss weiterzugehen... Gegen 5 Uhr abends kamen wir
an unserem Ziel an: ein dreiseitiger Unterstand mit Pritschen. Wir waren zum
Glück die einzigen Wanderer und konnten deshalb die Pritschen benutzen, statt
auf dem nackten Boden vor der Hütte zu schlafen. Nach Sonnenuntergang wurde
es empfindlich kühl und wir zogen unsere Thermo-Undies an. Holz sammeln,
Feuer machen und die Steaks und Beilage kochen hielt uns auf Trab. Wir
genossen unsere 50'000-Star-Accomodation (unter freiem Sternenhimmel) und
eingewickelt im Daunenschlafsack wars nicht mal so kalt.
Wir brauchten keinen Wecker am
morgen, die Sonne weckte uns und nach Kaffee und Müesli packten wir zusammen,
um die gleiche Route wieder unter die noch blasenfreien Füsse zu nehmen.
Erstaunlich, dass die Umgebung ganz anders aussieht, wenn man von der andern
Seite her kommt. Wir sind je 20 km gewandert die beiden Tage und kamen
ziemlich am Rumpf, aber mit bleibenden Erinnerungen (nein, nicht nur die Blasen an
den Füssen..) wieder zuhause an.
|