|
Brigitte und Thomi Downunder |
|
|
Ferien im Nationalpark - 19. März bis 25. März 2001
Montag, 19.3. Perth – Hyden Wir packen Zelt, Kochzeugs, Campingutensilien und einen grossen geliehenen Wasserkanister ins Auto, bringen die Hausschlüssel zu unserem bewährten „House sitter“ Horst und fahren los Richtung Süden. Um die Stadt hat es recht viel Verkehr und ein Rotlicht am andern (was sich in den nächsten Tagen drastisch ändern wird). Es ist eine lange Strecke bis Hyden, wo die einzige Sehenswürdigkeit – der Wave Rock – zu besichtigen ist. Wir sind gegen 4 Uhr in Hyden und fahren zum „Hyden Rock“ – ein Teil davon ist eben der Wave Rock. Er heisst so, weil er geformt ist wie eine Welle. Wir klettern auf den Fels (15m hoch) und haben eine gute Rundumsicht. Es hat auch eine Felsformation, die den Namen „Hippo’s Yawn (das gähnende Nilpferd)“ trägt. Eine Ansicht zum Gähnen! Es ist bereits einiges kühler als in Perth, der Campingplatz schaut nicht so "anmächelig" aus, und wir quartieren uns im Dorf Hyden im Motel ein.Zum Nachtessen gibts ein BBQ - Do it yourself. Dienstag, 20.3. Hyden - Esperance Wir brutzeln unser Frühstück selber und fahren gegen 9 Uhr weiter Richtung Süden, an abgeernteten Feldern vorbei. Hier im Südwesten ist der Weizengürtel von Westaustralien. Die Farmer leben vom Ackerbau und Schaf- und Rinderzucht.Gegen Mittag kommen wir in Ravensthorpe an – einer ehemaligen Goldgräberstadt, ein kleines Kaff mit einem Tourist Office, wo Konfitüren und Häkelarbeiten der lokalen „Künstler“ (Hausfrauen) verkauft werden. Es hat aber auch gutes Kartenmaterial der Nationalparks. Esperance ist ein mittelgrosses Städtchen (ca. 12000 Einwohner). Hier im Süden hats viele französische Namen, die auf die französischen Entdecker (um 1792) zurückführen. Im Hardwareshop kaufen wir Ersatzteile für Thomis Fischerrute und gefrorenen Köder (den ich naserümpfend zu unseren Vorräten in die Kühlbox lege). Beim Metzger kaufen wir für den Znacht - falls es mit dem Fischen nichts wird - feine marinierte Lammfilets. Die Lunch Sandwiches sind schnell vertilgt, in der Windjacke am Meer. Wir sind schnell wieder im Auto und fahren noch weiter östlich zum Cape Le Grand Nationalpark. Es gibt zwei Campingmöglichkeiten und instinktiv wählen wir die schönere – die Lucky Bay. Ein windgeschütztes Plätzli. Es stehen schon ca. 10 Zelte da und ein paar Campervans. Wir stellen unser Zelt auf (gottlob haben wir mal zuhause geübt, so gehts relativ schnell...). Thomi montiert den Kocher und ich mache mich ans kochen. Es gibt die feinen Lammfilets, dazu Nüdeli und Rotwein – Camping ****. Schnell wirds dunkel und ein herrlicher Sternenhimmel (die ganze Milchstrasse) leuchtet über uns. Herrliche Stille – ausser ein paar übermütigen Japanern. Wir kriechen ins Zelt und trotz der zwei Schlafsäcke ist es saukalt. Ich schlafe nicht sehr gut, muss mich an die harte Unterlage gewöhnen. Mittwoch, 21.3. Cape Le Grand Nationalpark Früh um 6 Uhr wecken uns die Vögel, wir bleiben aber noch liegen und frühstücken dann gegen 8 Uhr – Müesli, Kaffee, Brot und Konfi. Die NP-Rangerin kommt vorbei und kassiert $12 fürs Uebernachten (neben dem Parkeintritt von $9 eine günstige Sache!. Wir lassen unser Zelt stehen und fahren gegen 9 Uhr los, um die Gegend auszukundschaften. Es gibt einige schöne Strände. Wir fahren auch zum andern Campingplatz, der an einem langen Strand liegt, aber nicht vom Wind geschützt ist. Thomi versucht sich im Fischen – es bleibt beim Versuch! Wir fahren aus dem Nationalpark raus und weiter östlich zur Duke of Orleans Bay durch schöne wilde Landschaft, mit vielen einheimischen Pflanzen. Zum Baden ists zu kalt, wir tragen sogar den Faserpelz. Zurück im Cape Le Grand besteigen wir den Frenchman Peak, ein ca. 3 km langer, steiler Kletterweg. Von oben haben wir eine herrliche Aussicht – vor allem auch, weil die Wolken weg sind und die Sicht klar. Beim runterlaufen gibts dann etwas den "Knieschlotteri". Wir spüren unsere Flachland-Kondition... Wir fahren noch zur nächsten Bay – die Rossiter Bay mit klarblauem Meer und Aussicht auf die Inselwelt. Thomi packt nochmals hartnäckig das Angelzeug aus aber kein Fischznacht in Sicht. Schon dämmerts und die Kängurus tauchen aus dem Gebüsch auf. Heute ist uns unterwegs auch eine ca. 2m lange Schlange begegnet und ein Echidna (sieht aus wie ein Igel). Wir kochen Risotto und Würste und schlürfen ein Zweierli Weisswein. Unsere Zeltnachbarn sind Fons und Sabine aus Holland. Es stellt sich heraus, dass Fons ein Jahr lang im 1996 als Metzger bei Metzger Felder in Wettingen an der Bahnhofstrasse gearbeitet hat, während Sabine Krankenschwester in Pfäffikon war. Beim Abwasch treffen wir zwei Japaner, die drei(!) grosse Lachse putzen, die sie am Hellfire Beach rausgezogen haben. Diese Nacht schlafen wir bereits besser, trotz einem Schnarcher im Nebenzelt. Donnerstag, 22.3. Cape Le Grand - Esperance Heute ist herrlich klares Wetter, wir machen einen Morgenspaziergang am Meer. Zmörgele und dann Zelt einpacken. Gegen 9 Uhr fahren wir zum Hellfire Beach, wo die Japaner grad am einpacken sind, sie haben wieder Lachse gefischt. Auch Metzger Fons steht schon auf der Klippe und Thomi plaziert sich ebenfalls. Aber das Angelglück scheint nur den Japanern zu gehören...Wir packen unser Lunch-Sandwich aus und fahren nachher zurück nach Esperance. Da das Wetter so herrlich ist, beschliessen wir, noch einen Tag hier zu bleiben und buchen eine Segeltour für morgen, rund um die Inselwelt – Bay of Isles, die dreieinhalb Stunden dauert und $100 Dollar kostet für zwei. Wir machen eine 40km lange Rundfahrt um die Küste von Esperance – der Tourist Drive. Tiefblaues Meer und im Inland der Pink Lake, der manchmal eine rosarote Farbe hat von irgendwelchen Bestandteilen im Wasser. Abends buchen wir ein Cabin im Esperance Bay Caravan Park. Wir gehen ins Städtchen ins einzige gute Restaurant – Bonaparte Seafood Restaurant. Wir essen feinen Barramundi mit Lachs in Blätterteig, dazu natürlich eine Flasche Weissen. Freitag, 23.3. Esperance – Fitzgerald Nationalpark (Bremer Bay) In der Nacht hats gestürmt und geregnet und am Morgen sieht das Meer recht aufgewühlt aus. Leider wird die Bootstour annulliert. Wir fahren also zum Woolworth Shopping Centre und füllen unsere Vorräte auf, auch Filme. Die Sonne guckt etwas hervor. Wir verlassen Esperance und fahren bis Munglinup und dann runter zur Küste Richtung Hopetoun, das am östlichen Eingang des Fitzgerald Nationalparks liegt. Endlose Strassen und Weizenfelder mit Schafen, auch mal eine Emufarm. Die Farmen sind jeweils einige Quadratkilometer gross und haben oft ausgefallene Briefkästen an der Strasse (zB mit Kuhschädel verzierte Benzinfässer). Um die Mittagszeit sind wir in Hopetoun, es ist so windig, dass wir unser Takeaway Fisch und Chips im Auto essen. Wir fahren dann in den Fitzgerald Nationalpark rein und besichtigen auch die Campingplätze. Es wird jedoch recht kühl (zwischen 14-17 Grad) und Nieselregen zwingt uns, auf die Westseite des N.P. zu fahren und in Bremer Bay in einer Cabin zu übernachten. Mit Umweg über Jerrimungup, wo wir den Tank wieder bis zum Kragen füllen, erreichen wir Bremer Bay gegen 5 Uhr abends und bekommen grad noch die letzte Cabin. Es hat sogar TV. Im Lädeli holen wir Wein und kochen ein Stirfry und Reis. Vorher machen wir noch einen Abstecher zum Strand, man kann mit dem 4WD auf dem Sand fahren. Draussen hudlets ziemlich und wir sind froh, dass wir im Trockenen übernachten können. Samstag, 24.3. Fitzgerald Nationalpark – Stirling Range Nationalpark Das Wetter ist wieder etwas besser, wir fahren um 10 Uhr los über den Strand und dem Gordon Inlet Estuary entlang zurück in den Nationalpark. Ueber Qualuup, einer Farm mit Campingplatz und einem Museum mit altem Grümpel gelangen wir nach Point Ann, wo man in der Saison die Wale beobachten kann, die hier in der geschützten Bucht ihre Jungen gebären. Es hat schöne farbige Granitfelsen. Obwohl es nieselt, machen wir einen stündigen Rundgang dem „Antihasenzaun“ entlang. Dies ist ein Drahtzaun, den die Westaustralier früher mal gebaut haben, um die Einwanderung der Hasen aus dem Osten abzuwehren (hat jedoch nicht viel genützt!). Kaum sind wir zurück beim Picknickunterstand, giesst es in Strömen. Wir verdrücken unser Sandwich im „Schärmen“ und fahren dann über Holperstrassen im 4x4 Gang zum Fitzgerald Inlet. Das Wetter bessert wieder und die Pflanzen leuchten in allen Farben. Vor allem die einheimische Hakea fasziniert mich mit ihren leuchtend orange und gelben Blättern, die aussehen, als hätte jemand drinnen ein Lämpchen angezündet. Zurück zur Devils Road und Richtung Hauptstrasse - wir haben unterwegs im Nationalpark nur grad 4 Autos getroffen. Querfeldein fahren wir zum Stirling Range Nationalpark, nördlich von Mt. Barker. Es nieselt wieder. Vorbei an Weideland. Die Strassen sind nicht geteert, aber in gutem Zustand. Der Staub hält sich in Grenzen, da die Strasse nass ist. Am nördlichen Eingang des Nationalparks ist das Stirling Range Retreat, ein Caravan Park, wo wir wieder ein Cabin mieten, zum Zelten ists definitiv zu feucht und zu kalt. Wir können sogar heizen...dafür gibts keinen TV. Im Abendlicht fahren wir zum Bluff Knoll Café (endlich wieder mal einen richtigen Kaffee!), wo wir uns aufwärmen und dann fahren wir 9 km nördlich zur Holländischen Windmühle Lily, einer Replica aus dem 16. Jahrhundert, das ein Holländer Paar während 10 Jahren gebaut hat. Es hat ein Restaurant drin, das aber um diese Zeit leider geschlossen ist. Heute gibts keinen Wein zum Znacht, das „Frostschutzmittel“ das wir in Bremer Bay getrunken haben, haben wir dort gleich stehen lassen. Wir kochen Spaghetti Bolo, dazu Gurken Salat. Es ist herrlich ruhig. Sonntag, 25.3. Stirling Range Nationalpark – Mt. Barker - Perth Unser Wecker ist wieder Vogelgezwitscher. Es nieselt immer noch. Wir frühstücken ausgiebig und fahren dann quer durch den Nationalpark. Unsere 2-3 stündige Wanderung auf die Bergspitze des Bluff Knoll verschieben wir auf ein andermal, die Bergspitze liegt im Nebel. Wunderschöne Landschaft. Wir besteigen dann doch noch einen Aussichtspunkt und geniessen die Fernsicht. Auf der Weiterfahrt kommen wir auch an ausgebrannten Gebieten vorbei. In den Nationalparks hats oft Buschbrände, die durch Blitzschlag ausgelöst werden. Leider gibts auch eine Pilzkrankheit, die sich über Schuhsohlen, Autoreifen und Wind ausbreitet und die Wurzeln der Pflanzen zerstört, so muss man am Eingang zum Nationalpark die Schuhe reinigen. Im Stirling Range Nationalpark gibts einige Hügel, die zwischen 800 und 1000 m hoch sind, der höchste ist Bluff Knoll. Es ist ein schönes Wandergebiet und wir werden sicher wieder mal hierher zurückkommen bei trockenerem Wetter, um Bluff Knoll zu bezwingen. Wir fahren dann durch Weideland nach Mt. Barker, einem kleinen Bauerndorf, das seit ein paar Jahren auch als Weinbaugebiet bekannt wurde. Wir besuchen die historische Sehenswürdigkeit, die alte Polizeistation, die auch eine Schule, einen herrlichen Rosengarten und ein Museum beinhaltet. Es gibt eine Sammlung von unendlich vielen alten Haushaltgeräten, Werkzeugen, Möbeln, etc. Wir haben eine interessante Führung mit einer fast 80jährigen Frau, die natürlich vieles noch aus eigener Erfahrung erzählen kann. Mt Barker selbst ist ein Kaff, das Touristenbüro ist im ehemaligen Bahnhof. In ca. einem Jahr soll hier eine Dampfbahn als Attraktion Touristen anlocken. Wir fahren zum Fernsehturm für die Aussicht, picknicken und fahren dann zur ältesten Kapelle von Westaustralien (St. Werburghs Chapel von 1872), und weiter zur Goundray Weinkellerei, wo wir eine Führung mitmachen. Natürlich ist Degustieren der Hauptgrund unseres Besuches, und wir kaufen grad noch 12 assortierte Flaschen. Leicht beduselt starten wir dann die Heimfahrt, da das Wetter noch nicht besser ist, und wir wieder Langezeit nach der Sonne in Perth haben... Wir fahren mehr oder weniger nonstop von halb fünf abends bis halb neun über den Albany Highway zurück nach Hause. Schöne Abendstimmung bei Sonnenuntergang. Es ist grad 6 Grad wärmer in Perth und wir freuen uns auch auf unsere weichen Betten! Nun bleibt Thomi noch die erfreuliche Arbeit, das Auto zu waschen, während auf mich der Wäscheberg wartet, was mich gleich wieder ferienreif macht! Wir sind 2226 km gefahren und haben viel Schönes erlebt. |