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Tasmanien Rundreise 7.12. -
14.12.02
Aus dem Flugzeugfenster (von Melbourne
her) sieht Tasmanien sehr huegelig und sehr gruen aus und nicht sehr
bewohnt.
In Hobart sind wir in einem alten
Kolonialhaus mit hohen Raeumen und Himmelbett untergebracht. Obwohl es
Samstagabend ist, ist ziemlich tote Hose im ca. 45 Min. entfernten
Stadtzentrum.
Um 6 Uhr frueh holt uns der Tourbus von
Adventure Tour ab zu einer 6taegigen Rundreise. Mitreisende sind Asiaten,
Hollaender, Amerikaner, Deutsche und Englaender. Ausser dem Tour Guide
sind wir die einzigen Aussies! Der Tour Guide Garreth ist so dunkelgruen
wie Tasmanien und gibt uns stundenlang interessante Vortraege ueber die
Nationalparks, die alle geschuetzt und als World Heritage Gebiete
eingetragen sind.
Zuerst fahren wir durch Schaf- und
Rinderzuchtgebiet nach New Norfolk Richtung Westen zum Mt. Field
Nationalpark, wo wir zu Wasserfaellen wandern. Im Wald hats tropische
Farnbaeume und viel Moos, leider auch Blutegel, da es sehr feucht ist. Die
Farnbaeume wachsen langsam und werden ca. 900 Jahre alt.
Natuerlich regnets auf der westlichen
Inselhaelfte praktisch immer und die arktische Kaelte laesst gruessen.
Gottseidank haben wir den Faserpelz dabei.
Der Cradle Mountain Nationalpark ist sehr
idyllisch und unberuehrte Natur. Bei schoenem Wetter waere hier ein herrliches
Picknickplaetzchen am Lake St Clair. Wir fluechten jedoch vor dem Regen
und gruppieren uns vors
Cheminee zum Lunch. Weiter fahren wir zum Nelson Nationalpark inklusive
Wanderung zu den Nelson Falls. Die Luft ist einmalig sauber und frisch.
In Queenstown - einer ehemaligen
Kupferminenstadt - lassen die Leute ihre Haeuser einfach zurueck, da sie
keine Kaeufer finden, wenn sie wegziehen. Hier sind die Haeuser noch
erschwinglich, z.B. gibts fuer AUS 6000 schon ein schmuckes Holzhaeuschen.
Der Staat gibt Erstkaeufern eine einmalige Summe von AUS 7000 als Geschenk,
also kann man hier sozusagen ein Haus gratis haben!
Ueber eine gewundene Bergstrasse
erreichen wir Tullah am Lake Rosebury, wo uns Heizung und Heizdecken im Zimmer
erwarten. Sonnenschein und Regenschauer wechseln sich ab. Frueher eine
Goldgraeberstadt, wird Tullah heute nur noch touristisch genutzt.
Fruehmorgens fassen wir ein Kanu und paddeln auf dem riesigen See rum.
Stille und Vogelgezwitscher.
Weiterfahrt ins Hafenstaedtchen Strahan
zum Wuerstchenlunch. Huebsches Fischer-Staedtchen. Dann fahren wir durch Zeehan,
frueher eine Silberminenstadt, die so reich war, dass sie sich Caruso im
lokalen Theater
live leisten konnten.
Wir wandern 3 Std. zu den Montezuma
Faellen, dem groessten Wasserfall Tassies. Am noerdlichen Ende des Cradle
Mountain N.P. liegen die Berggipfel in dichtem Nebel (sonst haetten wir
raufsteigen muessen). Unser Tourguide findet jedoch eine Alternative, so
dass das Wandern nicht zu kurz kommt. Ca. 2 St. um den Lake Dove und dann
in die Hoehe bei starken Windboen zu den Waldheim Huetten, wo der
oesterreichische Naturforscher Gustav Weinberger von 1872 bis 1928 lebte
und arbeitete. Hier sehen wir auch Kaengurus und ein dickes Wombat.
Wir fahren an Mohnfeldern vorbei, die
unter strengster Kontrolle fuer auslaendische Morphiumfirmen angebaut
werden. Devonport, die Hafenstadt, wo die Ferry nach Melbourne faehrt, ist
das naechste Ziel. Ausser dem Hafen nicht so sehenswert.
Launceston liegt im Nordosten und ist ein
attraktives Staedtchen mit schoenen Haeusern und einer Schlucht (Cataract
Gorge) zum durchwandern, oder als Alternative (vor allem fuer die Japaner)
gibts ein Luftseilbaehnchen. Weiter im
Inland sind die riesigen Gum Trees. Ueber den Elephant Pass gelangen wir
zu einem Tierpark, wo wir der Fuetterung der Tasmanischen Teufel beiwohnen.
Unterdessen sind uns beiden die
Schuhsohlen von den Wanderschuhen gefallen vom vielen Wandern - aber jetzt
wirds sowieso etwas gemuetlicher.
An der Ostkueste in Bicheno gibts
Blowholes. Schoener Sonnenuntergang und nach dem Nachtessen fahren wir zum
Strand, wo Hunderte (ca. 800) von Fairy Pinguinen (max. 30 cm hoch) an
Land kommen, um Eier zu legen, Junge zu fuettern und Parties zu feiern.
Ihr Leben ist so stressig, dass sie nur 6 Jahre alt werden, waehrend sie
in Gefangenschaft, wo die Feinde und der Beschaffungsstress wegfallen, bis
zu 20 Jahre alt werden. Im Pub trinken wir aus Plastikbechern das
Tasmanische Cascade Bier.
Ein weiterer Hoehepunkt der Rundreise ist
der Freiycenent N.P., wo die Angefressenen den Mt Amos besteigen, waehrend
wir uns auf den Abstieg zur beruehmten Wine Glass Bay begeben, wo schon
die Queen Lise ein Picknick machte.
Port Arthur ist bekannt fuer seine
Strafgefangenen-Vergangenheit. Hier machen wir nachts eine gruselige Ghost Tour (leider
ohne Gespenst). Auf der vorgelagerten
Todesinsel sind ca. 1800 Gefangene begraben. Port Arthur war bis 1877 ein
Gefaengnis. Es gab hier schlimme Schicksale, so wurde man bereits fuer
den Diebstahl von Lebensmitteln von England nach Australien verbannt. Am
naechsten Tag machen wir eine gefuehrte Tour und erfahren viel ueber die
dunkle Vergangenheit Australiens. Es hat auch ein sehr interessantes
Tourist Centre.
Entlang einer idyllischen
Felskuestenlandschaft fahren wir zurueck nach Hobart, wo wir auf dem 1250
m hohen Mt Wellington eine herrliche Rundsicht haben. Wir treffen uns zum
Abschiedstrunk in der Stadt am Salamanca Place, wo doch tatsaechlich eine Art
Nachtleben stattfindet.
Am Samstag gehen wir zum Salamanca
Markt, wo ein bisschen italienische Hafenatmosphaere aufkommt. Gute
Stimmung und die Sonne scheint. Es hat viele Galerien und Beizli und sogar
einen Bratwurststand!
Nach einem Spaziergang durch Battery
Point, dem historischen Teil von Hobart mit viktorianischen Haeusern,
fahren wir mit der Faehre zum Botanischen Garten, einer wunderschoenen
Anlage. Hier ist Pete's Vegie Patch (Gemuesebeet), den wir vom TV her kennen. Wir
geniessen im Beizli einen Devonshire Tea und verpassen den letzten Bus, so
dass wir eine gute Stunde zurueck ins Hotel marschieren muessen. Tasmanien
ist eben ein Wanderland!
Am naechsten Morgen fliegen wir fuer drei
Tage nach Sydney, das das pure Gegenteil ist - Hektik, Laerm, dicke Luft -
aber mit vielen interessanten Sehenswuerdigkeiten, bevor wir zurueck nach Perth
fliegen, um mit Thomi's Bruder und Familie Weihnachten zu feiern.
Und natuerlich duerfen auch hier ein paar
Foeteli nicht fehlen: (zum Vergroessern draufklicken) |